Viniyoga – die Promenadenmischung unter den Yoga-Stilen

Viniyoga ist das Gegenteil von Ivengar Yoga. Im Ivengar Yoga sind alle Positionen über-exakt eingenommen. Denn nur so sollen Erfolg und Gesundheit vom Yoga kommen können.

Viniyoga pfeift auf alle Konventionen. Von reinrassigen Stilen hält es gar nichts. Es ist ein Mischling aus Prinzip. Jeder Stil, so gut er auch sei, ist immer auch eine Beschränkung. Yoga hat sich dem Menschen anzupassen und nicht umgekehrt. Nur so kann dann eine große Vielfalt entstehen.

„Es gibt so viele Asanas wie Menschen“, pflegte der Stilbegründer Sri Tirumalai Krishnamacharya zu sagen.

 

Im Video (Dauer 01:19 Minuten) stellt im Folgenden eine Yogalehrerin eine Viniyogaübung vor. Diese Übung ist typisch untypisch. Wenn ich in der Nacht aufwache und nicht wieder einschlafen kann, dann kann ich es damit versuchen.

 

Die Übungen sind im Viniyoga wie Angebote in einem Laden. Ich nehme mir das heraus, was für mich am besten passt.

Bei Hunden sollen Mischlinge gesünder und schlauer sein als Rassehunde. Jeder Mischling ist einzigartig. Er ist ein Individualist. Nur prestigeträchtig ist er nicht.

Zumindest Teile von Viniyoga werden von den meisten deutschen Lehrern unterrichtet. Es ist dann also auch noch so weit verbreitet wie Mischlinge.

 

Ressourcen entdecken

Der Weg im Viniyoga wird beschritten, um ungenutzte Ressourcen zu finden. Selbst etwas zu tun.

In jedem Menschen steckt ein enormes Potenzial. Viniyoga mobilisiert Schritt für Schritt die ganze Breite der inneren Reserven. Jede Bewegung kann den Körper verbessern. Es ist eine Therapie mit den Ressourcen.

Dabei konzentriert sich Viniyoga auf die individuellen Möglichkeiten und nicht, was theoretisch am besten wäre.

Die einzige Regel ist, es muss dann funktionieren. Dafür können dann auch neue Erkenntnisse genutzt werden, die im traditionellen Yoga noch nicht angewendet werden.

 

Viniyoga hat immer ein Ziel

Viniyoga ist vielmehr angewendetes Yoga. Mit den Übungen verfolge ich immer ein Ziel. Die Übungen sind diesem Ziel untergeordnet.

Jeder Mensch sucht obendrein etwas anderes in seiner Yoga-Praxis. In erster Linie, Gesundheit zu behalten oder vielmehr zu erlangen.

Andere Ziele sind, energetische Blockaden zu beseitigen. Dabei besser zu Meditieren. Kinder besser an Yoga heranzuführen. Zur Erleuchtung zu gelangen oder ganz einfach, optimal Yoga zu üben. Der eine mag es einerseits sportlich, der andere andererseits lieber spirituell.

Es geht darum, das Gleichgewicht zu finden.

Keine Haltung aus dem Yoga ist zu heilig, als dass sie nicht abgewandelt werden könnte, um das Ziel besser zu erreichen. Aus diesem Reichtum an Varianten kann ich dann schöpfen. Dazu gehören auch Mudras, Mantras oder Atemübungen.

 

Immer flexibel bleiben

Das Motto im Viniyoga ist wie das Motto des Sozialismus: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen. Dafür braucht es aber etwas, das der Sozialismus dann nicht hatte: Flexibilität.

Im Viniyoga stehen alle Yoga-Übungen zur Verfügung plus Variationen. Nicht durch Stile beschränkt. Eine Asana kann ich vereinfachen. Ich kann aber auch umgekehrt den Grad der Schwierigkeit erhöhen. Dazu lasse ich dann auch die Positionen weg, die krank machen.

Alles steht auf dem Prüfstand. Auch Zeit und Intensität.

Die Übungen sind dazu auch abhängig von meiner Stimmung des Tages und sonstigen Umständen.

 

Alles, nur keine Exaktheit

Exaktheit steht zudem Individualität im Wege.

Viniyoga kommt aus dem Stadium der Betaversion nicht heraus. Es kann nie fertig sein, weil ich ein Ziel anstrebe, das ich dann nie exakt erreiche.

Der Weg ist das Ziel und das ist zuerst Freude beim Üben. Ohne Vorschriften, die dem im Wege stehen.

 

Viniyoga Atmung

Was Viniyoga mit den anderen Stilen gemeinsam hat, ist die Bedeutung der Atmung. Die Verbindung von Körperübung und Atemfluss. Nicht nur in den Positionen, sondern auch in den Bewegungen dazwischen.

Wichtig ist dabei die Achtsamkeit. Den Atem dabei bewusst zu erleben. Ruhe und Entspannung in der Atmung zu finden. So kommt dann Meditation in die Yogaübungen.

 

Der einzige Yoga-Stil der kein Stil ist

Viniyoga wird oft auch bezeichnet als Yoga nach Sri Tirumalai Krishnamacharya (Vater) und T.K.V. Desikachar (Sohn). Diese haben den Yoga-Unterricht vom Gruppenunterricht zum Einzelunterricht geführt. Individualität vor einem Gruppenziel, bei dem ich mich mit anderen Schülern vergleiche oder ich sogar den Lehrer nachahme.

Es ist kein Stil, es ist ein Nicht-Stil. Die üblichen Stil-Beschränkungen sind aufgehoben.

Beim Üben geht es einerseits nicht um Akrobatik und andererseits auch nicht um Esoterik. Es müssen nicht die Techniken einer Yogamarke eingehalten werden, so gut diese dann auch sein mögen.

Reinrassige, vielleicht sogar Patent-geschütze Yoga-Stile, sollen hinter der Mauer bleiben, hinter der sie sich zurückgezogen haben.

 

Viniyoga Links

Viniyoga in Bernau bei Berlin – Link: Eine ganzheitliche Physiotherapie und Praxis. Unterricht in Gruppen und Einzeln. Dazu mit kleinem Blog.: www. v i n i y o g a – p r a x i s .de

 

 

Viniyoga Standardwerk – Buch: Die Asanas (Yoga-Positionen) als ein Versuchsfeld, in dem ausprobiert werden soll. Wie ich die richtige Reihenfolge finde. Bei den Übungen wird dann ihr Potenzial zur Heilung betrachtet.: Kraftquelle Yoga. Das Praxisbuch des V i n i – Y o g a . Buch. – ansehen bei Amazon

 

45 Yoga Finger - Karten-Box: Mit den Mudras kann ich Yoga-Übungen vertiefen und sogar ersetzen. Die Handhaltungen schließen unterschiedliche Energiekreise. Welche Finger-Yoga Übungen gegen welche Beschwerden helfen.: Mudras - Yoga für die Hände: Heilende Übungen für Körper und Seele. 45 Karten plus Begleitbuch. – ansehen bei Amazon

 

 

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