Mudras – Finger Yoga für mehr Energie im Körper

Mudras scheinen wie gemacht für die heutige Zeit. Es braucht für sie nicht viel. Ich kann sie überall praktizieren. Ob im Stehen, im Sitzen, im Gehen oder im Liegen. Es braucht für das Fingeryoga weder Erfahrung in Yoga noch in der Meditation. Sofort kann ich damit loslegen.

Es dauert wenige Minuten und die richtige Haltung der Finger. Gleich fließt der Stress davon.

Fingeryoga Übungen können die Speicher wieder mit Energie füllen. Sie können die Selbstheilung aktivieren. So werden Gesundheit und Wohlbefinden gefördert.

Die Vielzahl der Mudras ist wie eine kleine Apotheke im Haus. Jeder Finger ist wie ein Arzt. Ein Spezialist für bestimmte körperliche Beschwerden oder seelische Belastungen.

 

Für das Wort Mudra gibt es zwei Übersetzungen, „Siegel“ und „sich freuen“.

Einerseits beschreibt es im übertragen Sinn das Versiegeln von Punkten der Energie oder etwas „das Freude bringt“.

Andererseits wird es umgangssprachlich auch als „Yoga mit den Fingern“ oder „Pistolengriff“ bezeichnet.

 

Das Video (Dauer 09:45 Minuten) zeigt einerseits 24 Mudras, die andererseits auch zur Heilung verwendet werden.

 

Mudras nicht nur mit den Händen

Mudras sind erst einmal ganz allgemein bestimmte Haltungen des Körpers.

Spezifische Stellungen des Körpers können tiefe körperliche und geistige Veränderungen beim Übenden bewirken.

In der Regel handelt es sich dabei um kleine Mudras. Von großen Mudras spreche ich, wenn ich verschiedene kleine Mudras miteinander kombinierte.

In diesem Text geht es vor allem um Finger-Mudras. Es gibt aber noch einige andere. Hier sind sie im Folgenden mal aufgeführt.

 

Augen-Mudra – Dabei wird beispielsweise auf die Nasenspitze geschaut oder bei geschlossenen Augen von innen auf das dritte Auge geblickt.

Zungen-Mudra – Dabei berührt die Zunge beispielsweise den Gaumen in der Nähe der Schneidezähne.

Hals-Mudra – Dazu gehört der kleine Kinnverschluss. Das Kinn senkt sich leicht. Die ist Kehle leicht gespannt.

Bauch-Mudra – Beispielsweise die Bauchdecke bei ausgeatmeten Lungen nach vorne drücken.

Beckenboden-Mudra – Dazu gehören Übungen wie das gleichmäßige Zusammenziehen der Muskeln des Beckenbodens. Oder auch ein Anspannen der Schließmuskeln des Anus.

Bandhas – Bandhas sind Verschlüsse der Energie. Mit ihrer Hilfe konzentriere und speichere ich die Lebensenergie in bestimmte Regionen des Körpers. In Zentren der Energie. Dazu zählen Hals-Mudra, Bauch-Mudra oder Beckenboden-Mudra.

Körper-Mudra – Diese Mudras werden mit dem gesamten Körper ausgeführt. So kann auch eine Yoga Haltung (Asana) zur Mudra werden. Allerdings wird dabei noch mehr Wert auf die Energie gelegt. Wie sie im Körper kreist. Beispielsweise gehören dazu der Fersensitz oder der Halbe Schulterstand.

 

Finger-Mudras

Finger-Mudras sind das, was die meisten Menschen unter Mudras verstehen. Von ihnen gibt es überdies einfach am meisten.

Es gibt Jahrtausende alte Haltungen von Hand und Fingern, die auf Körper, Geist und Seele einwirken. In Indien, China und Japan wird diese Tradition bis heute gepflegt.

In der Yoga Praxis hat sich die Zahl der Finger-Mudras immer mehr erweitert. Sie ist im Folgenden regelrecht zu einer Wissenschaft geworden.

In unseren Fingern und Handflächen sind unsere Organe als Punkte der Energie abgebildet. Die großen Meridiane (Kanäle der Energie) enden oder beginnen hier. Die Hände sind somit ein Spiegel unseres Körpers wie auch unseres Geistes.

Wir können gar nicht einen unserer Finger berühren, ohne damit nicht auch ein Organ mit zu berühren. Durch den Kontakt der Finger miteinander, sind auch Organe miteinander verbunden.

Die Energie kann ich so willentlich in jeden Teil des Körpers leiten. Das macht die Meridiane wieder frei, wenn sie blockiert sind.

Der Yogi verwendet die Finger-Mudras auch dazu, die Wirkung der Yoga-Haltung (Asanas) noch zu vertiefen. Sowie es auch mit einer zusätzlichen Technik der Atmung, einem Mantra oder einer Visualisierung geschehen kann.

 

Mudras intuitiv

Menschen bilden Mudras ganz intuitiv. Ständig und ohne es zu merken. Das Unterbewusstsein formt die Hände zu solchen Intuitiv-Mudras.

Jede Stellung der Hände ist Ausdruck eines tiefer liegenden Zustandes. Jede Geste ist Ausdruck unserer Psyche und beeinflusst diese gleichzeitig.

Meist sind sie für uns gar nicht erkennbar. Beispielsweise wenn wir vor Wut die Faust ballen. Ebenfalls wenn wir die Daumen drücken. Genauso wenn wir klatschen.

Bekannt ist die Raute, die Angela Merkel mit ihren Händen bildet. Im Yoga ist diese Haltung bekannt als „Hakini-Mudra“. Sie hilft beim Entspannen. Fördert die Konzentration. Sorgt für eine innere Sammlung. Die Atmung vertieft sich.

Es ist also eine Handstellung, die durchaus Sinn ergibt. Unbewusst gebildet. So kann jeder einmal selber bei sich überprüfen, welche Mudras er so unterbewusst bildet. Diese dann vielleicht sogar bewusst übernehmen.

 

Die Eigenschaften der einzelnen Finger

Jeder kann sich eigene Mudras ausdenken. In der indischen Lehre der Weisheit wird jedem Finger eine bestimmte Wirkung auf Körper, Seele und Geist zugesprochen. Oft genügt es bereits, wenn ich einen Finger mit der anderen Hand halte, um eine Besserung des Befindens zu erreichen.

Im Yoga werden Gemüt, Gefühle und Energien bestimmten Fingern zugeordnet.

Der Daumen ist dem Element Feuer zugeordnet. Es ist verbunden mit dem Solarplexus-Chakra. Er reguliert die Sorgen. Er verbessert die innere Kraft. Erhöht zudem das Selbstwertgefühl.

Der Zeigefinger ist dem Element Luft zugeordnet. Es ist verbunden mit dem Herz-Chakra. Er verringert die Angst. Er baut den Stress ab. Verstärkt das Gefühl von Freiheit und Freude.

Der Mittelfinger ist dem Element Himmel (Äther) zugeordnet. Ist verbunden mit dem Hals-Chakra. Vertreibt die Wut. Steigert die Kreativität.

Der Ringfinger ist dem Element Erde zugeordnet. Verbunden mit dem Wurzel-Chakra. Mildert die Trauer. Wirkt dazu erdend und stabilisierend.

Der kleine Finger ist dem Element Wasser zugeordnet. Verbunden mit dem Sakral-Chakra. Zügelt Übereifer. Hilft beim Vorankommen auf dem eigenen Weg.

 

Drei Beispiele für Mudras

Hier sind entsprechend drei verschiedene Mudras aufgeführt. Die Auswahl ist rein zufällig und soll mal einen winzigen Einblick geben.

Letztlich kann man den Tag damit beginnen, beim Wachwerden im Bett ein Mudra zu halten. Ich kann den Tag damit enden lassen, im Bett abends beim Einschlafen ein anderes Mudra zu halten. Viele andere dazwischen gehalten geben den Kick.

 

Erstens: Jnana-Mudra – Dabei berührt der Daumen den Zeigefinger. Die restlichen Finger sind abgespreizt. Es lässt den Übenden friedlicher und harmonischer werden. Es ist dazu ein beliebtes Meditations-Mudra.

Zweitens: Vishnu-Mudra – Dabei werden Zeigefinger und Mittelfinger gebeugt und auf dem Daumenballen abgelegt. Die restlichen Finger sind abgespreizt. Es wirkt ausgleichend auf den Fluss der Energie im physischen und energetischen Körper. Mit diesem Mudra wird die Wechselatmung unterstützt.

Drittens: Karana-Mudra – Dabei werden Mittelfinger und Ringfinger zur Handfläche gebeugt. Der Daumen berührt die beiden Finger. Die restlichen zwei Finger sind abgespreizt. Dieses Mudra reinigt und entgiftet den Körper.

 

Meditation und Atem zur Verstärkung der Mudras

Ich halte Mudras nicht, um spirituell auszusehen. Sie sind aber bekannt für ihre meditative Wirkung. Das Meditieren im Lotussitz verbessert sich, wenn ich dabei noch ein Mudra halte.

Das Yoga mit den Fingern hilft dabei, in einen Zustand der Meditation zu kommen. Die Aufmerksamkeit schliesslich von außen nach innen zu ziehen. In sich zu versinken.

Gleichzeitig verstärkt die Meditation die Wirkung des Fingeryoga. Besonders dann, wenn ich auf das Mudra meditiere. Besser gesagt auf das Körperteil, welcher durch die jeweilige Übung mit den Fingern positiv beeinflusst werden soll.

Es verstärkt die Wirkung der Handgeste noch durch ein Spielen mit den Techniken der Atmung. Durch die Atmung im Yoga werde ich mir meiner Energie besser bewusst. Ich kann sie beeinflussen. Dabei wird vor allem die Länge der Atmung variiert.

 

Chakren

Eine besondere Eigenschaft der Mudras ist dazu die Öffnung der Chakren. Das sind die Zentren der Energie im Körper.

Diese Chakra-Meditation öffnet jedes Chakra mit einer speziellen Position der Hand. Diese besonderen Handpositionen schicken dann Energie zum jeweiligen Chakra.

Eine Meditation auf das Chakra kann diese Wirkung noch verstärken. Somit ist eine gezielte Arbeit mit den Zentren der Energie möglich. Ohne dass ich mich dabei in irgend einer Form bewegen muss.

 

Hierzu mehr Informationen zum Thema M u d r a – beim freien Lexikon Wikipedia

 

 

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