Ujjayi Atmung – eine Yoga Übung zur Reinigung der Atemluft

Ujjayi Atmung ist eine der wichtigsten Atemtechniken (Pranayama) im Yoga. Sie soll sicher stellen, das tiefer und bewusster geatmet wird. Sie verbessert das Training der Körperübungen (Asanas).

Diese Atemtechnik kann aber auch als eigenständige Übung praktiziert werden. Beispielsweise für eine kurze Pause im Büro. Um dabei schnell wieder erstens Kraft und zweitens Energie zu tanken.

Ich kann sie ebenso als eigenständige Technik zur Meditation praktizieren.

 

Die Vorteile der Ujjayi Atmung

Die Einatmung und die Ausatmung erfolgt bei der Ujjayi Atmung durch die Nase. Der Mund ist geschlossen. So wird die Luft angefeuchtet und temperiert.

Jedes Einatmen gibt Kraft und jedes Ausatmen sorgt für Entspannung.

Es ist ein Reinigungsatem, durch den saubere Luft eingeatmet wird. Durch die Verengung des Kehlraums entstehen Luftwirbel, die alles mit sich mitreißen: Schmutz, Pollen, Schleim und Keime. Wenn ich die Atmung durch räuspern unterbreche, ist dieser Effekt noch stärker. Die Ujjayi Atmung wird wegen ihrer schleimlösenden Wirkung auch gern bei einer beginnenden Erkältung eingesetzt.

Weitere Vorteile

Vor allem ist die Ujjayi Atmung aber ein Training für die Atemmuskeln. Die Luft wird durch eine winzige Öffnung gesogen und gepresst; das fordert die ganze Kraft der Atemmuskeln. So entsteht zwangsweise eine kraftvolle Bauchatmung. Das Lungenvolumen vergrößert sich, vor allem durch das Training des Muskels Zwerchfell. Es kommt immer mehr Sauerstoff in den Körper.

Dieses mehr an Atem schenkt wiederum auch mehr Energie. Die Lebensenergie (Prana) kann gezielt in die Körperbereiche gelenkt werden, wo sie gerade benötigt wird, um zu kräftigen und zu heilen.

Mit dieser Atmung komme ich auch leichter in die Yoga-Positionen. Jede Bewegung wird an der Atmung ausgerichtet. Die aufgenommene Lebensenergie kann den Körper direkt bewegen. So kann ich auch eine schwere physische Übung mit Leichtigkeit meistern. Der Yogi scheint schwerelos durch die Bewegungen zu gleiten.

Des weiteren entfacht diese Atmung das innere Feuer; es entsteht eine angenehme Wärme im Körper. Der Körper wird entgiftet. Die Verdauung wird verbessert. Der Blutdruck wird reguliert. Die Schilddrüse wird angeregt.

 

Das Video (Dauer 04:09 Minuten) demonstriert einerseits und erklärt andererseits das Ujjayi Pranayama.

 

Der Ujjayi Atmung lauschen

Eine Besonderheit der Ujjayi Atmung ist die Atembeobachtung. Bei diesem Atemlauschen höre ich auf den Ton, der durch die Atmung produziert wird. Ich sollte das Geräusch eher mit dem inneren Ohr hören als mit dem äußeren.

Dieses Hören der Atemqualität ist die Voraussetzung dafür, die Atmung zu korrigieren und ins Gleichgewicht zu bringen.

Es ist ein einfaches und doch wirksames Biofeedback-System. Durch die Atemströmung erfahre ich, in welcher geistigen, emotionalen und körperlichen Verfassung ich mich gerade befinde.

Wenn wir uns körperlich überfordern, geistig abschweifen, emotional aus der Spur kommen oder uns zu sehr konzentrieren, verändert sich der Atem.

Dann beginne ich mit der Einatmung und mit der Ausatmung zu balancieren, im dem ich Länge und Feinheit ins Gleichgewicht bringe. Die Atmung soll sanft, leise und gleichmäßig sein. Überanstrengungen muss ich beseitigen.

Vor allem sollten die Einatmung und die Ausatmung gleich lang sein.

 

So kann die Ujjayi Atmung den Übenden auf den Weg nach Innen leiten. Es setzt ein Prozess des Rückzugs aller Sinne ein.

Die Atmung beruhigt den Geist und unterstützt die Meditation.

 

Die Ujjayi Atmung üben

Das Markenzeichen der Ujjayi Atmung ist, dass sich die Stimmritze etwas verengt. So entsteht ein ein sanftes Hauchgeräusch, fast so, als wollte ich jemanden etwas ins Ohr flüstern.

Für diese Verengung der Stimmritze nutze ich die Kraft der Vorstellung. Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen.

Ich kann ein „Haaa“ flüstern, einen imaginären Spiegel anhauchen, mir vorstellen, ich würde durch einen Strohhalm atmen oder die Zunge hinter den Gaumen legen.

Dann atme ich so eine Weile durch den Mund. Der Laut entsteht sowohl beim Einatmen als auch beim Ausatmen. Er entsteht in der Kehle und nicht in der Nase. Der Kehlraum bleibt entspannt.

Wenn der Hauchlaut einigermaßen funktioniert, dann atme ich ausschließlich nur noch durch die Nase.

 

Beim Einatmen weite ich zudem auch die Bauchdecke. Beim Ausatmen ziehe ich dann den Nabel nach innen.

Die Übung beginnt zunächst im aufrechten Meditationssitz. Dann übernehme ich die Atmung in die Asanas-Praxis. Schließlich kann ich sie auch im Alltag praktizieren. Beim Stehen, beim Gehen, beim Sitzen oder im Liegen.

 

Die unterschiedlichen Namen für die Ujjayi Atmung

Die Ujjayi Atmung nennt man im Yoga korrekt Ujjayi Pranayama.

„Ud“ bedeutet „hinauf, ausweiten“ und „Jaya“ bedeutet „erobern, siegen“.

Es kann also übersetzt werden mit „Der auf dem Weg nach oben Siegreiche“ oder kurz „Die siegreiche Atmung“.

Bei der Ujjayi Atmung wird die Luft in alle Bereiche der Lunge eingesogen. Nicht nur in den Bauch sondern auch in den Brustkorb. Es zeigt sich die vor Stolz geschwellte Brust eines Siegers.

Es ist aber auch ein Sieg über den alltäglichen Atem, der zunächst noch flach und unregelmäßig ist.

 

Diese Atmung kommt nicht lautlos daher. Sie macht Geräusche, die beim Zuhörer ganz unterschiedliche Assoziationen hervorrufen. Daher gibt es für die Ujjayi Atmung noch einige andere Bezeichnungen, die alle sehr bildhaft sind.:

– Meeresrauschen, Ozeanisches Atmen

– Engeatmung

– Reibelaut

– Kehlkopfritzen-Atmung

– Sie wird aber auch verglichen mit dem Atem von Darth Vader oder dem Schnarchen eines Babys.

Eine besondere Form von Ujjayi Pranayama ist: Ujjayi Kumbhaka. Das ist eine fortgeschrittene Atemübung. Dabei wird der Atem auch angehalten. Für diesen Moment kommt der Geist zur Ruhe und er begegnet der Leere.

 

Links

Hierzu mehr Informationen zum Thema: U j j a y i – A t m u n g – beim freien Lexikon Wikipedia

 

 

Lungen-Gymnastik – Buch: Besser atmen zu können, ist das Trainingsziel von Lungensport. Hilfsmittel für die Übungen sind Hocker, Stab und Thera-Band. Ist gut für Kranke und auch für Sportler.: Atemgymnastik: 100 erfolgreiche Übungen für richtiges Atmen. Buch. – ansehen bei Amazon

 

Mit Yoga Übungen heilen – Buchtipp: Yogalehrer werden häufig gefragt, welche Yogaübung bei welcher Beschwerde hilft. Dafür haben Yogalehrer die Yogatherapie entwickelt. Yoga-Positionen werden zu kleinen Übungsreihen zusammengstellt.: Yogatherapie und ganzheitliche Medizin: Vorbeugung und Heilung von Krankheiten. Buch. – ansehen bei Amazon

 

 

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