Kühlende Atmung – Yoga Technik zum Kühlen von Rachen und Kopf

Die kühlende Atmung erinnert zunächst einmal an die Tierwelt. Denn Tiere können nur über die Zunge schwitzen. Wenn sie ihre Körpertemperatur reduzieren wollen, dann müssen sich hecheln. Sie müssen möglichst viel Luft über die feuchtkühle Oberfläche der Zunge lenken.

Der Mensch kann mit dem ganzen Körper schwitzen. Dafür braucht er keine kühlende Atmung. Er braucht sie, um wieder einen kühlen Kopf zu bekommen. Die anderen Atemtechniken erzeugen Hitze und Energie.

Der kühlende Effekt von Sitali wirkt in Mund, Rachen und auch in der Brustregion angenehm und beruhigend. Außerdem wird die kühle Einatemluft zusätzlich noch angefeuchtet, was eine Reizung und Austrocknung der Atemwege verhindert.

Bei kalter Witterung sollte man mit dieser Übung vorsichtig sein, damit sich der Hals nicht entzündet.

Die kühlende Atmung ist weniger dazu gedacht, den ganzen Körper abzukühlen. Sie hilft eher bei Hitzewallungen, bei Lampenfieber, gegen ein hitziges Gemüt bei Wut oder nach anstrengenden Yoga Übungen. Bei Hitzköpfen kühlt sich der Geist wieder ab.

 

Das Video (Dauer 01:00 Minuten) zeigt im Folgenden Shitali, die kühlende Yoga Atmung.

 

Weitere Wirkungen der kühlenden Atmung

Sie entspannt. Ruhe und Gelassenheit kommen auf. Es ist eine gute Übung vor dem Schlafengehen.

Gefühle wie Hunger und Durst sind dann gemindert.

Die Aufnahme der Lebensenergie verbessert sich. Die Energien harmonisieren sich dabei.

 

Ursprünglicher Name der Übung

Im Sanskrit (altindische Sprache) ist der Name „Sitali Pranayama“. Manchmal auch Shitali Pranayama.

Sita = kühl, kalt

Pranayama = Atemübung im Yoga

Die Übung kann also übersetzt werden mit: kühlende Atmung.

Übersetzungen sind aber auch „kühlende Yoga-Atmung“, „Kühlender Reinigungsatem“ oder auch „Cooling Pranayama“.

 

Wie wird die kühlende Atmung geübt

Die kühlende Atmung kann ich überall und jederzeit praktizieren.

Jede Einatmung bringt kühlende, harmonisierende Energie. Jede Ausatmung entspannt Körper und Geist.

 

Die Übung:

 

Es ist fast so, als wollte ich einen eiskalten Milchshake durch einen Strohhalm ziehen.

Ich forme die Zunge zu einem Röhrchen. Dieses Röhrchen strecke ich zwischen den Lippen heraus. So weit als möglich aber ohne Anstrengung.

Dann wird durch dieses Röhrchen eingeatmet. Die feuchte Zunge kühlt die eingeatmete Luft. Ich atme langsam und tief ein. Mit einem Zischlaut, als würde ich eine Milchshake schlürfen. So kühlt sich der Körper dann von innen. Ich verstärke den Effekt mental noch. Dabei stelle ich mir zusätzlich noch vor, dass ich kühlende, entspannende, harmonisierende Energie einatme. Ich spüre, wie kühl sich die eingeatmete Luft anfühlt.

Ich fülle die Lunge vollständig mit Luft, als wollte ich den ganzen Milchshake mit einem Zug trinken.

Wenn ich vollständig eingeatmet habe, dann kann ich eine Atempause von ein paar Sekunden machen. Muss es aber nicht.

Dann atme ich durch die Nase vollständig aus. Langsam, gleichmäßig und lautlos. Zur gleichen Zeit ziehe ich die Zunge nach innen. Der Mund ist dabei geschlossen und die Zunge ist dann auch frisch angefeuchtet.

 

Kühlende Atmung weiter

Jetzt beginnt der Atemzyklus von vorn. Das wird einige Atemzüge lang wiederholt. Mindestens so lange, bis eine kühlende Wirkung eintritt.

Zum Abschluss lasse ich die Atmung dann frei fließen. Ich spüre schliesslich der Wirkung der Übung nach.

 

Anmerkung: Wenn ich beim Einatmen kein Röhrchen machen kann, dann rolle ich ein U oder lasse die Zunge gerade und drückt die Zungenspitze an den Gaumen. Zur Not kann ich den Atem auch einfach so über die glatte Zunge streichen lassen.

 

 

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