Lachyoga – der direkte Weg zur guten Laune

Lachyoga wird auch genannt „Hasya Yoga“ (Sanskrit: hasya = Lachen), „Lachen ohne Grund“ oder auch „Yogalachen“. Das Lachen ist aber nur Mittel zum Zweck. Das eigentliche Ziel ist es, in einen Zustand andauernder guter Laune zu kommen.

Wenn ich gute Laune habe, dann geht alles besser. Alles geht mir leichter von der Hand. Die Ideen scheinen mir nur so zuzufliegen. Ich sehe alles durch die Brille des positivem Denkens.

Ich fühle mich frei, weil der innere Kritiker und Bewerter in den Urlaub geschickt wurde. Es entsteht eine Leichtigkeit, wie sie bei Verliebten anzutreffen ist. Eine Verspieltheit, die das Innere Kind wieder zum Vorschein bringt.

Dieser Zustand soll mit Lachyoga kultiviert werden. Dann macht Lachen wirklich glücklich.

 

Die Lachyoga Techniken

Wie das Gähnen kann auch das Lachen nachgeahmt werden. Beim Lachyoga fange einfach an, ohne Grund zu lachen. Zuerst entsteht so ein künstliches Lachen, das langsam in ein echtes Lachen übergeht. Das Heiterkeitszentrum wird so aktiviert. Die gute Laune entsteht.

Das Lachen besteht eigentlich aus einer Reihe von Atemübungen. Es ist ein Prozess der Ausatmung, ein Ausschütten. Dem folgt ein tiefes Einatmen, wobei deutlich mehr Sauerstoff in den Körper gelangt.

Gleichzeitig ist Lachen eine besondere Form der Meditation. Denn wer lacht, der verscheucht alle bisherigen Gedanken aus seinem Kopf. Im Anschluss an eine Lachyoga-Stunde folgt oft eine Tiefenentspannung mit Yoga Nidra.

Die Lachübungen werden mit Körperübungen kombiniert. Dabei wird vor allem gelockert, geklatscht und gedehnt.

Beim Lachen in Gruppen schauen sich die Übenden in die Augen. Durch Blickkontakt und Gruppendynamik wird der Lacheffekt noch gesteigert. Die Übenden bringen sich gegenseitig zum Lachen. Lachen ist ansteckend!

Auf den Lachyoga Treffen sind mehr Frauen anzutreffen als Männer. Frauen lassen Gefühle viel eher zu, besonders in der Öffentlichkeit.

 

Im Video (Spieldauer 09:09 Minuten) demonstriert ein Clown verschiedene Übungen zum Lachyoga.

 

Lachyoga Übungen

Die erste Lachyoga Übung ist es, einfach loszulachen. Das freie Lachen bleibt immer ein wichtiger Bestandteil der Übungen. Es sind aber inzwischen weit über 100 spezielle Lachübungen entwickelt worden.

Hier drei Beispiele:

* Chilly-Lachen Ich stelle mir vor, etwas sehr scharfes gegessen zu haben. Ich hole tief Luft, reiße die Augen auf und fächele mir mit der Hand Luft zu. Ich muss herumhüpfen, so scharf ist es. Ich fange überrascht an zu lachen.

* Handy-Lachen Ich lache, während ich scheinbar mit jemandem telefoniere. So kann ich in der Öffentlichkeit lachen, ohne dabei groß aufzufallen.

* Stilles Lachen Dabei wird gelacht, ohne ein Geräusch abzugeben. Ich lache still in mich hinein. Der Körper tanzt und lacht dafür um so mehr.

Noch mehr Lachübungen sind hier zu finden.

 

Lachyoga Wirkungen

Lachyoga ist eine Methode, um mit einfachsten Mitteln die Natur unseres Körpers milde zu stimmen.

Lachen kann Schmerzen reduzieren, dass ist schon länger bekannt. Patienten im Krankenhaus bitten um weniger Schmerzmittel, wenn sie zuvor ein heiteres TV-Programm gesehen haben.

Gute Laune setzt die Produktion schmerzstillender Substanzen frei. Diese Stoffe sind vor allem Endorphine (Endogene Morphine), die nicht nur den Schmerz mindern, sondern auch als Glückshormone gelten, weil sie die Stimmung noch mehr heben. Bei chronischen Schmerzen wirkt das besonders.

Gleichzeitig werden Stresshormone wie Cortisol oder Adrenalin abgebaut.

Die Entspannung der Kiefermuskulatur bremst Aggressionen. Der entspannte Kiefer macht ein Zubeißen unmöglich. Ein Urinstinkt in uns.

Der Mensch glaubt, in die Zukunft sehen zu können. Er kann sich alle möglichen Bedrohungsszenarien ausmalen. Das hält den Flucht-Kampf-Mechanismus in Alarmbereitschaft. Lachen holt in die Gegenwart und baut diese Spannungen ab.

Das Denken wird freier und kreativer. Das Gehirn wird auf Null gestellt und neue Denkansätze werden möglich. Festgefahrene Situationen werden durchbrochen.

Körperlich sind am Lachen so ziemlich alle Muskeln beteiligt, sie werden gleichzeitig gestärkt und entspannt. Als Fitnesstraining ist Lachen mit Joggen vergleichbar.

Die Blutgefäße werden erweitert, das Herz-Kreislaufsystem wird in Schwung gebracht; der Blutdruck wird gesenkt. Das Immunsystem wird gestärkt. Der Stoffwechsel wird angeregt.

 

Hier weitere Informationen zum Thema: Lachen und Yoga – ansehen beim freien Lexikon Wikipedia

 

Herkunft von Lachen als Therapie

Andere Menschen zum Lachen zu bringen, hat eine lange Geschichte.

Zwischen dem 14. und 19. Jahrhundert war das Osterlachen eine Tradition der Kirche. Pfarrer brachte mit seiner Osterpredigt die Gemeinde zum Lachen. Ein Symbol für die Freude, die Christen zu Ostern empfinden sollten.

Es gab Hofnarren und Karneval. Später dann Komödien, Kabarett, Comedy Shows.

Der indische Arzt und Yogalehrer Dr. Madan Kataria aus Bombay wollte 1995 einen Artikel schreiben zum Thema „Lachen ist die beste Medizin“. Er fand so viele wissenschaftliche Hinweise dazu, dass er sich entschloss, es selbst einmal auszuprobieren

Er traf sich mit Gleichgesinnten in einem Park und sie erzählten sich gegenseitig Witze. Bald gingen ihnen die Witze aus. Es musste doch auch möglich sein zu lachen, ohne eine vorherige geistige Stimulanz. Lachen ohne äußeren Grund.

So entwickelte er aus der Not heraus Lachübungen. Die Anregungen dafür holte er sich aus dem Pranayama, den Atemübungen des Yoga. Die Lachübungen wurden so konzipiert, dass sie an sich schon komisch waren. Es funktionierte. Die positiven gesundheitlichen Folgen stellten sich auch so ein.

Der erste Lachclub entstand. Bald bildeten sich immer mehr Lachclubs auf der ganzen Welt. Dann zog Lachyoga ein in Yoga-Studios, Fitness-Center, Unternehmen, Kliniken.

Der erste Sonntag im Mai ist heute der Weltlachtag.

 

Lachyoga Anleitungen – Buch: Wie funktioniert Lachyoga? Welche Übungen gibt es? Tipps von Leiter einer Lachschule.: Das kleine Lach-Yoga-Buch. Mit Lach-Übungen zu Glück und Entspannung. Buch. – ansehen bei Amazon

 

Mit Yoga Übungen heilen – Buchtipp: Yogalehrer werden häufig gefragt, welche Yogaübung bei welcher Beschwerde hilft. Dafür haben Yogalehrer die Yogatherapie entwickelt. Yoga-Positionen werden zu kleinen Übungsreihen zusammengstellt.: Yogatherapie und ganzheitliche Medizin: Vorbeugung und Heilung von Krankheiten. Buch. – ansehen bei Amazon

 

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