Hot Yoga – der Yogi trainiert in der Sauna

Hot Yoga ist zu 90 % Sport, zu 10 % Yoga und auf jeden Fall mit viel Hitze.

Der Körper wird aufgeheizt, damit er beweglicher werden kann. Schließlich ist nur ein dehnbarer Körper bereit für eine neue, optimierte Form.

Hot Yoga hat seine Wurzeln im Bikram Yoga. Allerdings darf Bikram® Yoga nur von lizenzierten Lehrern unterrichtet werden. Darum gibt es Hot Yoga. Das ist nicht exakt identisch aber ähnlich.

Die Vorteile von Hot Yoga

Hot Yoga kommt sowohl bei Sauna Anhängern als auch bei Yoga-Fans gut an.

Durch die Wärme werden die Durchblutung und danach der Stoffwechsel stimuliert. Beim Schwitzen werden Giftstoffe obendrein schneller ausgeschieden.

Der Kreislauf trainiert. Wie bei jedem Saunagang.

Das Immunsystem stärkt sich. Wie bei jedem Saunagang.

Beim Zusammenziehen und Strecken werden die inneren Organe massiert.

Durch die Hitze werden die Muskeln beweglicher. Sie können daher tiefer trainiert werden. Besonders die Haltemuskulatur am Rücken wird so kräftiger und auch flexibler. Das wiederum führt zu einer optimaleren, aufrechteren Körperhaltung

Sehnen und Bänder werden in der Hitze elastischer und ermöglichen somit eine tiefere Dehnung.

Einige Sportler schwören darauf, dass sie erstens mit Hot Yoga Verletzungen besser auskurieren. Zweitens wird neuen Verletzungen vorgebeugt.

In jeder Stunde Training wird besonders viel Fett verbrannt. Weil der Körper viel Energie benötigt, um sich abzukühlen. Ob dieser Effekt schließlich aber auch nachhaltig ist, hängt dann doch wieder von den persönlichen Essgewohnheiten ab.

 

Das Video (Spieldauer 06:25 Minuten) zeigt beispielsweise: Was ist Hot Yoga? (auf Englisch)

 

Spiegel und Drill

Hot Yoga zeichnet sich aus durch einen ausgeklügelten Drill vor dem Spiegel.

Alle Übungen erfolgen mit Blick zu einer Spiegelwand. Dies dient der Selbstkontrolle und der Motivation. In den Spiegel soll man schauen und nicht zum Nachbarn schielen.

Auf einem Podest vor der Spiegelwand steht die Vorturnerin.

Die Anweisungen werden im Drillton in ein Mikrofon geschrien. Mit der Zeit brauchen die Schüler dies auch. Bei den Temperaturen würden sie es sonst wohl auch nicht durchhalten.

Die Schüler werden dabei mit Argusaugen beobachtet und ständig mit strengen Kommandos korrigiert. Wer etwas falsches macht bekommt Ärger. Die Trainerin sieht alles.

Trinken darf man nicht, wann man will. Auch die Trinkpausen sind vorgegeben und werden angesagt.

Dadurch sind die Schüler bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit getrieben.

Das Denken hört im Lauf des Unterrichts bald auf. Die Gedanken werden regelrecht ausgeschwitzt. Der Übende ist viel zu sehr damit beschäftigt, bei den Übungen mitzukommen.

 

Hot Yoga sind 90 Minuten bei hohen Temperaturen

Jede Hot Yoga Stunde dauert 90 Minuten.

Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 40 % und darüber.

Die Raumtemperatur liegt etwa bei Körpertemperatur, 36 – 40 Grad. So ist der Übende von Anfang an richtig aufgewärmt. Er muss sich nicht mehr anstrengen, um dadurch ins Schwitzen zu geraten.

Darum ist Hot Yoga nur etwas für geschlossene Räume. An die frische Luft wird man mit diesem Yogastil nicht kommen.

Alle Esoterik ist diesen Yogaübungen ausgetrieben. Hier geht es nicht um meditative Entspannung sondern um harte Arbeit.

Dafür braucht es keine Vorkenntnisse. Es ist für jede Altersstufe geeignet, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener.

Die Atmung spielt bei den Übungen eine wichtige Rolle. Die Übungsreihe beginnt und endet mit Atemübungen. Und auch während der Einzelübungen bleibt es bei einer ausgeglichenen Atmung durch die Nase. Zu wenig Ein- und wieder Ausatmung führt bis zu Schwindelattacken.

Die Übungen haben ausserdem noch eine besondere Wirkung: Tiefenentspannung durch körperliche Verausgabung. Am Abend dann dementsprechend einen entspannten Tiefschlaf.

 

Die Asanas im Hot Yoga

Es werden in einer festgelegten Reihenfolge verschiedene Yogapositionen eingenommen. Die so genannten Asanas. Jede Position wird ein paar Sekunden gehalten.

Die Übungen sind gezielt ausgewählt. Jede einzelne Übung soll sich dementsprechend auf einen speziellen Teil des Körpers auswirken. Die Übungsreihe ist perfekt strukturiert. Um den gesamten Körper gleichmäßig und doch schonend aufzubauen und entsprechend zu heilen.

Als Beispiel sind hier einmal die Übungen aus dem Bikram Yoga aufgeführt. Die Übungen im Hot Yoga dagegen variieren etwas davon.

Das sind 26 Übungen. Einerseits zwei Atemübungen (Pranayama und Kapalbhati) und andererseits 24 Hatha-Yoga-Haltungen (Asanas).

Die Übungsreihe startet mit einer Tiefenatmung (Pranayama). Um die Lunge auf ihr volles Volumen auszudehnen. Diese Übung ist eine gute Aufwärmübung. Sie stimuliert den Kreislauf und weckt ausserdem die Muskeln im gesamten Körper.

Die Übungsreihe beendet die Feueratmung durch den Mund (Khapalbhati).

Die 24 Körperübungen (Asanas) sind: halber Mond mit Rück- und Vorwärtsbeuge; Hockstellung, dreifach Kombination aus Kniebeuge und Zehenstandsübungen; Adler; Stirn-zum-Knie im Stehen; Stehender Bogen; Waage; Stirn-zum-Boden in der Grätsche; Dreieck; Stirn-zum-Knie in der Grätsche; Baum; Zehenstand – aus dem Baum heraus hinsetzen; Totenstellung; Bauchpresse; Sit up; Kobra; Heuschrecke; volle Heuschrecke – Flugzeug; liegender Bogen; Heldenstellung; halbe Schildkröte; Kamel; Kaninchen; Kopf zu den Knien – Streckung im Sitzen; Wirbelsäulendrehsitz.

Zwischendurch und am Ende der Übungen kommt immer wieder Savasana, die Totenhaltung. Die völlige Entspannung im Liegen. Ich liege auf dem Rücken, alle Viere von sich gestreckt, die Augen geschlossen. Die eben gemachte Erfahrung in Körper und Geist bleibt erhalten.

 

Die gesamte Übungssequenz wird zweimal wiederholt. Weil die Übungen und die Abfolge immer gleich bleiben, kann bei jedem Mal ein Stückchen weiter gegangen werden. Die Wiederholung der Übungen erzielt schnelle Fortschritte. Die einzelnen Körperhaltungen können immer weiter intensiviert und perfektioniert werden.

 

Kritik an Hot Yoga

Hot Yoga hat aber auch seine Kritiker. Seine gesundheitsfördernde Wirksamkeit ist nicht erwiesen. Zudem ist sie sogar umstritten.

Zuerst einmal ist da der Kritikpunkt, dass die Übungen mit Yoga eigentlich nichts mehr zu tun haben. Vom ursprünglichen Ziel, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen, sind sie weit entfernt.

Dann ist da der Wasserverlust. Der Flüssigkeits- und Salzverlust kann zu Muskelkrämpfen und infolgedessen zum Kreislaufkollaps führen.

Die andauernde Hitze, die Bewegung und ein zu hoher oder zu niedriger Blutdruck sind dabei eine gefährliche Kombination.

Bei den hohen Temperaturen kann es zudem zu einer Überdehnung der Sehnen und Bänder kommen.

 

Hier ausserdem Informationen zum Thema: B i k r a m Yoga – ansehen beim freien Lexikon Wikipedia

 

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